Am 5. Januar 2004 flog eine Fokker 70 von Wien nach München. Beim Anflug auf München wurden plötzlich in FL 90 am rechten Triebwerk starke Vibrationen angezeigt und es wurde vor Vereisung gewarnt. Als zusätzlich im hinteren Bereich des Flugzeugs ungewöhnliche Geräusche auftraten, erklärte die Besatzung Luftnotlage. Circa 2,5 nm vor Beginn der Landebahn setzte die Maschine auf einem schneebedeckten Acker auf.

In der vom Deutschen Wetterdienst (DWD) für das FIR München erstellten Gebietswettervorhersage wurde mäßige Vereisung (MOD ICE) unterhalb von FL 90 vorhergesagt.

Im Flugunfallbericht wurde zur Wettersituation folgendes ausgesagt:

".....Es muss davon ausgegangen werden, dass im Höhenbereich unterhalb FL 120 mäßige, im Zusammenhang mit schwachen konvektiven Umlagerungen und einem erhöhten Flüssigwassergehalt vereinzelt auch mäßige bis starke Vereisung (MOD to SEV ICE) auftrat."

Es stellt sich die Frage, ob nicht schon in der Gebietswettervorhersage MOD to SEV ICE hätte vorhergesagt werden müssen. Dann hätte die Besatzung schon früher die Enteisungsanlage eingeschaltet und die durch die Vereisung hervorgerufenen Vibrationen wären sehr wahrscheinlich nicht aufgetreten und die Maschine wäre sicher gelandet.

Ich gehe davon aus, dass der Radiosondenaufstieg (TEMP) von München vom 5. Januar um 00z eine wichtige Grundlage für die Vorhersage des Flugwetters im Bereich von FIR München war.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein TEMP gibt Aufschluß über die vertikale Verteilung von Temperatur (rechte schwarze Kurve), Taupunkt (linke Kurve) und Wind (rechts außerhalb des Diagramms). Je näher die beiden Kurven verlaufen, um so feuchter ist die Luft. In diesem Fall sind Temperatur und Taupunkt zwischen 900 und 700 hPa (FL 100) gleich, d.h. die Luft ist gesättigt und das bedeutet eine geschlossene, kompakte Wolkenschicht. 

Oberhalb von FL 100 ( das entspricht der Höhe des Alpenhauptkammes) geht der Taupunkt stark zurück, d.h. die Luft ist bis 600 hPa sehr trocken und die Alpengipfel sind wolkenfrei. Gleichzeitig dreht der Wind zwischen 700 und 600 hPa von 300 auf 330 Grad vor und wird stärker. Ohne das näher zu begründen, sollten Sie mir einfach glauben, dass ein Vordrehen des Windes bedeutet, dass wärmere Luft heranströmt. Warme, leichte Luft in der Höhe und kältere, schwerere Luft unten bedeutet zunehmende Stabilität. 

Stellen Sie sich jetzt noch das Alpenvorland zwischen Donautal und den Alpen vor. Das Gelände steigt von rund 200m über NN im Donautal auf rund 700m über NN am Fuß der Alpen. Die Luftmasse, die von Nordwesten heranströmt, wird also kontinuierlich um 500 m gehoben. Dabei kühlt die Luft ab und wird feuchter. Der Feuchtenachschub hält also ständig an.

Fasst man diese Fakten zusammen, dann ergibt sich folgende Wetterlage:

  • Es gibt keine vertikalen Umlagerungen.
  • Die Wolkenschicht ist kompakt.
  • Der Feuchtenachschub erfolgt kontinuierlich.
  • Die Maschine kommt beim Sinkflug aus -30 bis -20 Grad kalter Luft.
  • Beim Eintauchen in die Wolkenschicht bei FL 100 erfolgt schlagartig Vereisung.

Es hätte in der Gebietswettervorhersage also zwingend MOD/SEV ICE angegeben werden müssen. Die Crew hätte die Enteisungsanlage früher eingeschaltet und die Maschine wäre - so wie alle anderen Maschinen an diesem Tag - sicher in München gelandet.

Accidents & Incidents

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06. Juli 2017

Delta Airlines Flug Nr. 129, von Seattle nach Beijing, China, kehrte zum Abflughafen Seattle zurück, weil ein Passagier in der Ersten-Klasse versuchte, die Flugzeugtür zu öffnen. Er schlug einer Flugbegleiterin mit der Faust ins Gesicht und einem anderen Passagier mit einer Weinflasche auf den Kopf. Eine andere Flugbegleiterin schlug mit 2 Weinflaschen auf den Kopf des aggressiven Passagiers, wobei eine Flasche zerbrach. Mit Hilfe weiterer Passagiere wurde der Mann an einen Sitz gefesselt. Der CNN-Bericht  hier 

01. Juli 2017

Eine Cessna 421, auf dem Weg von Waukegom, Illinois, USA, nach Winnipeg, Kanada, brach während des Fluges auseinander und stürzte nahe Phillys, USA, ab. Alle 6 Personen an Bord wurden tödlich verletzt. Der Pilot hatte kurz vor dem Absturz der Flugsicherung von einem "lokalem Wetterphänomen" berichtet.

13. April 2017

Ein Passagier auf einem United Airlines Flug von Houston, Texas, nach Calgary, Kanada, wurde während des Fluges von einem Skorpion gestochen. Das Tier war aus dem Gepäckfach gefallen. Der Passagier wurde in Calgary ärztlich behandelt.

02. Februar 2017

Eine Diamond DA 20 A1 flog kurz nach dem Start in Melle-Grönegau in einen Windrotor, Der Pilot wurde tödlich verletzt.

01. Januar 2017

Ein United Airlines Flug von Sydney, Australien, nach San Francisco, USA, landete außerplanmäßig in Auckland, Neuseeland, weil ein Passagier randalierte. Der Passagier wurde festgenommen, die restlichen Passagiere übernachteten im Hotel. Der Flug wurde am nächsten Tag fortgesetzt.

29. Dezember 2016

Alle 6 Personen an Bord einer Cessna Citation 525 starben beim Absturz der Maschine, kurz nach dem Start in Cleveland, Ohio. Das Flugzeug stürzte in den Lake Erie. Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschte schlechte Sicht mit Temperaturen um 0° C.

16. November 2016

Ein United Airlines Flug von Newark nach San Francisco landete außerplanmäßig in Salt Lake City, weil der Kapitän während des Fluges erkrankt war.

25. Oktober 2016

Ein British Airways Airbus A380, auf dem Weg von San Francisco nach London, England, landete außerplanmäßig in Vancouver, Kanada, weil Rauch in der Kabine aufgetreten war. . 25 Besatzungsmitglieder und 2 Passagiere  wurden medizinisch in einer Klinik behandelt.

12. Oktober 2016

Eine American Airlines Boeing B-787, auf dem Weg von Shanghai, China, nach Chicago, USA, führte eine außerplanmäßige Landung in Cold Bay, Alaska, durch. Der Grund soll ein Triebwerksproblem gewesen sein. Die Passagiere wurden mit einem Flugzeug der Alaska Airlines nach Anchorage geflogen.

11. Oktober 2016

Eine Piper Seneca stürzte in East Hartford, Connecticut, ab, wobei der Flugschüler getötet und der Fluglehrer schwer verletzt wurde. Der Fluglehrer berichtete den Behörden, dass er um das Steuerhorn kämpfen musste und der Flugschüler vermutlich Selbstmord begehen wollte.

25. August 2016

Passagiere, die mit einen ExpressJet Flug von Newark nach Toronto fliegen wollten, mussten dreimal wegen technischer Probleme das Flugzeug wechseln: wegen eines unbekannten technischen Problems kehrte die erste Maschine nach Newark zurück. Die Passagiere boardeten eine zweite Maschine, die sie bald darauf verlassen mussten, um in eine andere Maschine umzusteigen. Diese Maschine führte eine Notlandung in Rochester durch, weil sich die Kabine mit Rauch füllte. Eine Ersatz-Maschine brachte die Passagiere dann nach Toronto. 

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