Immer häufiger berichten Piloten über Turbulenzen während des Fluges. In dem Artikel „Am Himmel wird es turbulenter“ wurde eine Untersuchung von zwei britischen Klimaforschern vorgestellt, die in einer Studie gezeigt hatten, dass die Turbulenzen im nordatlantischen Flugverkehr zunehmen und bis 2050 doppelt so häufig auftreten werden.

In ihrer neuen Arbeit haben sie nun mit Ensembles von Klimamodellen untersucht, wie sich der Klimawandel bei Verdoppelung der atmosphärischen CO2 Konzentration speziell auf 5 verschiedene Turbulenzklassen auswirken wird. Mit 21 CAT-Modellen wurden nun die Auswirkungen des CO2 Anstieges simuliert. Das Ergebnis war ernüchternd.

Das Luftvolumen, in dem CAT auftrat, nahm bei

  • leichter Turbulenz um 59% zu (zwischen 43% und 68% bei den verschiedenen   Ensembles),    
  • leichter bis mäßiger Turbulenz um 75%  (39% bis 96%)
  • mäßiger Turbulenz um 94% (37% bis 118%)
  • mäßiger bis starker Turbulenz um 127% (30% bis 170%)
  • starker Turbulenz um 149% (36% bis 188%)

Für die Forscher war damit klar, dass die Berichte der Piloten einen eindeutigen Trend zeigen. Doch werden sich nicht nur Passagiere und Besatzung auf häufigeres Durchschütteln einstellen müssen, auch die Fluglinien werden auf die sich ändernden Bedingungen reagieren müssen. Die Auswirkungen der Luftfahrt auf den Klimawandel sind seit langem anerkannt.

Doch der Einfluss des Klimawandels auf die Luftfahrt taucht erst seit einiger Zeit in der Diskussion auf:

  • Bei küstennahen Flughäfen beeinflussen Meeresspiegelanstieg und Sturmfluten den Luftverkehr.  
  • Wärmere Luft auf den Startbahnen führt zu häufigeren Reduktionen des Startgewichts.
  • Häufigeres Extremwetter, so wie eine Zunahme an Blitzschlägen, führt zu Flugverspätungen und Ausfällen.
  • In der Reiseflughöhe können wechselnde Windverhältnisse die optimale Flugroute verändern und die Flugzeit verlängern.

Nimmt CAT in den nächsten Jahren in dem prognostizierten Umfang zu, wird dies einschneidende Folgen für die Luftfahrt haben. Turbulenz ist grundsätzlich gefährlich und ist der unterschwellige Grund für die Flugangst vieler Menschen.

Die mittlere Länge eines Turbulenzstreifens beträgt etwa 60 km, was ungefähr einer Flugzeit von 5 min entspricht. Die durchschnittliche Dicke beträgt etwa 1 km, was das Ausweichen durch Höhenänderung begrenzt.

Die ökonomischen Kosten der Turbulenz reichen von

  • Verletzungen der Passagiere und Besatzung,
  • Schäden an Flugzeugzelle und Kabine,
  • Flugverspätungen,
  • Zusätzliche Inspektionen,
  • Reparaturen und
  • Unfalluntersuchungen.

Schätzungen der gesamten ökonomischen Kosten schwanken zwischen 100 Millionen US$ und 200 Millionen US$ nur für die amerikanischen Flugzeuge. Das Betanken während des Fluges ist angedacht, um Sprit zu sparen, doch wenn die Turbulenzen zunehmen, dürfte das ein Wunschdenken bleiben.

Die Studie der britischen Wissenschaftler beschäftigte sich hauptsächlich mit dem nordatlantischen Strahlstrom, weil dort durch die hohen Windgeschwindigkeiten von 100 km/h bis über 300 km/h die turbulenten Erscheinungen besonders häufig und stark anzutreffen sind und bei täglich rund 300 Flügen auf der Strecke das Auswahlpotential der turbulenten Ereignisse sehr hoch ist.

Aus dem oben Gesagten dürfte aber auch klar sein, dass in Zukunft im gesamten Luftraum zu allen Jahreszeiten die Gefahr von Turbulenzen signifikant zunehmen wird, egal ob bei Transatlantik- oder Transpazifikflügen, beim Landeanflug oder bei Flügen mit kleinen VFR Maschinen.

Der Flugverkehr ändert durch seine Emissionen das globale Klima. Jetzt zeigt die Studie, dass das Ganze auch umgekehrt funktioniert: der Klimawandel beeinflusst den Flugverkehr. Man kann auch ironisch feststellen: Die Natur schlägt zurück!

Accidents & Incidents

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24. April 2019

Eine Cessna 551 Citation II führte "touch and go" auf dem Siegerland Flughafen durch. Während einer Landung kam das Flugzeug vor der Landebahn auf, wobei das Hauptfahrwerk abbrach. Treibstoff aus dem linken Tragflächentank geriet in Brand. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden.

22. April 2019

Ein United Airlines Flug von Houston, Texas, nach Amsterdam, Niederlande, landete außerplanmäßig in Newark, wegen eines randalierenden Passagiers. Der Flug wurde 9 Stunden später fortgesetzt.

19. April 2019

Eine Yanair Boeing B737-400, im Auftrag der Air Moldova, flog von Istanbul, Türkei, nach Chisinau, Moldawien. Während des Anfluges auf den Flughafen von Chisinau folgten die Piloten nicht den Anweisungen der Flugsicherung. Nach der Landung forderten sie dringend einen Krankenwagen an.

16. April 2019

An Bord einer Virgin Atlantic Boeing B787-9, auf dem Weg von San Francisco nach London-Heathrow, sank der Kabinen Luftdruck auf 8.000 ft Flughöhe, anstatt des normalen Luftdrucks in einer Höhe von 6.000 ft. Der Ausfall einer Aircondition-Einheit soll die Ursache sein.

07. April 2019

Eine Spicejet Boeing B737-800 geriet beim Anflug auf Chennai, Indien, in einen Hagelsturm. Am Flugzeug entstand größerer Schaden.

02. April 2019

Ein VivaColombia Airbus A320 wurde kurz nach dem Start in Bogota, Kolumbien, zweimal von einem Blitz getroffen. Das Flugzeug kehrte zum Abflughafen in Bogota zurück.

29. März 2019

Auf einem Austrian Airlines Flug von Sarajevo, Bosnien, nach Wien, Österreich, randalierte ein bosnischer Polizist in Uniform. Er hatte Bier mit an Bord gebracht, fasste eine Flugbegleiterin an, schlug einen anderen Passagier. Der Polizist sollte auf dem Rückflug einen Häftling von Wien nach Sarajevo begleiten.

25. März 2019

Ein British Airways Flug, durchgeführt von der deutschen Fluggesellschaft WDL, auf dem Weg von London nach Düsseldorf, flog in die falsche Richtung und landete in Edinburgh, Schottland, weil ein falscher Flugplan eingegeben worden war.

19. März 2019

Ein Hawaiian Airlines Flug von Honolulu, Hawaii, nach Los Angeles, USA, kehrte nach Honolulu zurück, weil 2 Passagiere sich lautstark an Bord streiteten. Ein Passagier wurde von den Behörden nach der Landung abgeführt.

18. März 2019

Auf einem Delta Airlines Flug von Indianapolis nach Detroit, USA, versuchte ein weiblicher Passagier, kurz nach dem Start, eine Flugzeugtür zu öffnen. Andere Passagiere fesselten den Passagier daraufhin. Vermutlich hatte die Frau Medikamente vor dem Flug genommen.

17: März 2019

Eine FlyEgypt B737-800, auf dem Weg von Hurghada, Ägypten, nach Graz, Österreich, ist nach dem Start nach Hurghada zurückgekehrt. Nach Angabe von Passagieren hat es kurz nach dem Start einen "Knall" gegeben.

10. März 2019

Eine United Airlines Boeing B737-400 hatte beim Anflug auf Houston Triebwerksprobleme durch starke Vibrationen. Die Maschine landete sicher und blieb auf der Landebahn stehen. Die Passagiere wurden mit Bussen zum Terminal gebracht.

09. März 2019

Eine Turkish Airlines Boeing B777-200, auf dem Weg von Istanbul, Türkei, nach New York, USA, geriet nördlich von Boston in starke Turbulenz. 29 Passagiere erlitten Verletzungen. Die Maschine landete sicher in New York.

06. März 2019

Passagiere auf einem Virgin Atlantic Flug von Barbados nach London-Gatwick klagten während des Fluges über körperliches Unwohlsein. Die Passagiere kamen von einer Kreuzfahrt in der Karibik. Nach der Landung wurden die betroffenen Personen ärztlich versorgt.

05. März 2019

Ein delta Airlines Flug von Los Angeles nach Seattle wurde kurz nach dem Start von mehreren Blitzen getroffen. Die Maschine kehrte mitten in einem Gewitter nach Los Angeles zurück.

27. Februar 2019

Eine American Airlines Boeing B777-200, auf dem Weg von Dallas Ft. Worth, USA, nach Honolulu, Hawaii, geriet beim Anflug auf Honolulu in schwere Turbulenz. 2 Flugbegleiter erltten Verletzungen.

21. Februar 2019

Der Kapitän eines Cathay Pacific Fluges von Perth, Australien, nach Hongkong, bat seinen Copiloten, die Steuerung zu übernehmen, da er an Atemnot leidet und sein Sehvermögen plötzlich nachließ. Ein Arzt an Bord behandelte den Kapitän.

15. Februar 2019

Eine Southwest Airlines B737-800 erlitt kurz vor der Landung in Providence, USA, einen Blitzschlag. Das Flugzeug wurde anschließend eingehend auf Schäden untersucht.

13. Ferbruar 2019

Eine Compass Airlines Embraer ERJ-175, unter einer Delta Airlines Flugnummer, auf dem Weg von Santa Ana, Kalifornien, nach Seattle, geriet nahe Reno, Nevada, in schwere Turbulenz. Sieben Passagiere und eine Flugbegleiterin erlitten Verletzungen.

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